Ironman Hamburg 2026 – Antonia Milowsky

Am 7. Juni stand ich beim Ironman Hamburg an der Startlinie meiner zweiten Langdistanz in dieser Saison und insgesamt fünften Langdistanz meiner sportlichen Karriere.
Nachdem die erste Langdistanz des Jahres in Südafrika im April nicht ganz nach meinen Erwartungen verlaufen war, setzte ich große Hoffnungen auf das Rennen in Hamburg. Die Vorbereitung zwischen Südafrika und Hamburg verlief insgesamt gut, auch wenn der zeitliche Abstand zwischen den beiden Wettkämpfen relativ kurz war und ich zwischendurch zusätzlich bei einigen Para-Radsport-Rennen im Einsatz war.

Das flache Streckenprofil in Hamburg versprach schnelle Zeiten. Daher war das Ziel für dieses Rennen von Anfang an klar definiert: eine Endzeit deutlich unter 9 Stunden. Zusätzlichen Druck machte ich mir selbst, da das Teilnehmerfeld so stark besetzt war wie bei keinem Rennen zuvor, an dem ich teilgenommen hatte.
Um 6:15 Uhr fiel schließlich am Jungfernstieg der Startschuss. Von Beginn an gelang es mir, mich beim Schwimmen gut im Feld zu positionieren. Die Strecke führte zunächst durch die Binnenalster, anschließend in die Außenalster und schließlich wieder zurück. Während des gesamten Schwimmens konnte ich mich in der ersten großen Verfolgergruppe behaupten.

Auf dem Rückweg wurden die Bedingungen durch den Gegenwind und die dadurch entstandenen Wellen deutlich anspruchsvoller. Umso wertvoller war es, in der Gruppe mitschwimmen zu können und vom Wasserschatten zu profitieren. Als die Strecke schließlich durch die Kleine Alster in Richtung Schwimmausstieg führte, gelang es mir, mich an die Spitze der Gruppe vorzuarbeiten. So stieg ich nach 54:50 Minuten als Erste dieser Gruppe und als 8. Frau gesamt aus dem Wasser und legte damit den Grundstein für ein starkes Rennen.

Nach einem schnellen Wechsel ging es auf die flache Radstrecke. Der erste Abschnitt durch die Stadt war allerdings wenig rhythmisch: Zahlreiche Kurven sowie die vielen Überholmanöver der stärkeren Radfahrerinnen im Feld erschwerten es, einen gleichmäßigen Tritt zu finden. Erst auf dem Deich fand ich langsam meinen Rhythmus und konnte meine geplante Leistung konstant fahren. Der kräftige Seitenwind und der einsetzende Nieselregen machten die Bedingungen jedoch alles andere als angenehm. Jeder, der mich kennt, weiß, dass Kälte und Nässe genau die Wetterbedingungen sind, unter denen ich am unliebsten Rennen bestreite. Dennoch verliefen die 180 Kilometer auf dem Rad weitgehend ereignislos. Alles lief nach Plan: Die Verpflegung funktionierte einwandfrei, ich blieb von technischen Problemen und Defekten verschont und konnte mein Rennen konsequent durchziehen. Mit meiner Radzeit von 4:41h bin ich unter diesen Bedingungen durchaus zufrieden. Auf Position 14 liegend wechselte ich schließlich in die Laufschuhe und machte mich auf die abschließenden 42,2 Kilometer durch die Hamburger Innenstadt.

Beim Laufen hatte der Regen inzwischen aufgehört, und die Stimmung entlang der Strecke war einfach fantastisch. So vergingen die ersten Kilometer wie im Flug. Dabei lief ich leider sogar etwas schneller an als ursprünglich geplant.

Diesem hohen Anfangstempo musste ich ab Kilometer 28 allerdings Tribut zollen und das Tempo etwas reduzieren. Gleichzeitig machte sich mein Magen bemerkbar, sodass ich leider auch einen kurzen Dixi-Stopp einlegen musste.

Die letzten Kilometer wurden dadurch zu einem echten Kampf. Gleichzeitig war die Atmosphäre an der Strecke überwältigend: Es gab kaum einen Abschnitt ohne Zuschauer, und die Begeisterung der Menschen trug einen förmlich durch den Marathon. Schwäche zu zeigen schien bei dieser Unterstützung nahezu unmöglich.
Trotz der Anstrengung hatte ich während fast des gesamten Marathons ein Lächeln auf den Lippen, weil dieses Rennen einfach unglaublich viel Spaß gemacht hat. Nach 3:09 h beendete ich den Marathon zwar etwas unter meinen eigenen Erwartungen, durfte aber schließlich über den roten Teppich auf dem Rathausmarkt ins Ziel laufen – ein Moment, den ich lange nicht vergessen werde.

Ein großes Dankeschön an alle, die mich an der Strecke oder von zu Hause aus unterstützt und angefeuert haben. Ohne euch wäre diese Leistung nicht möglich gewesen. Ich habe mich über jeden Zuruf entlang der Strecke und über jede einzelne Nachricht riesig gefreut.
Mit meiner Endzeit von 8:53 Stunden und dem 15. Platz bei den Europameisterschaften auf der Triathlon-Langdistanz bin ich rückblickend zufrieden. Am Ende fehlten lediglich 8 Minuten zum letzten Hawaii-Slot der Profi-Damen. Das ist zwar ärgerlich, zeigt aber gleichzeitig, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mit den besten Athletinnen Europas mithalten kann.